Melatonin als Bioregulator



Dieser Artikel wurde von Dr. Ruggero Grazioli verfasst.
Dr. Grazioli, Rugger - Chirurg - Spezialist in Ernährungswissenschaften - Master in angewandter Philotherapie


Melatonin ist eine natürliche Substanz, die seit 3 Milliarden Jahren unverändert in allen bisher untersuchten Lebensformen – von Pflanzen über Tiere, Algen, Insekten, Fische, Reptilien, bis hin zum Menschen, vorkommt. Es besteht aus einem einfachen Molekül, das aus Tryptophan, einer essentiellen Aminosäure, in Serotonin und danach in Melatonin umgewandelt wird.
Melatonin wird in einem täglichen Rhythmus ausgeschüttet. Dies deutet auf seine Hauptfunktion als Regulator des Biorhythmus hin.
Melatonin ist im engeren Sinne kein Hormon, obwohl es meistens als solches bezeichnet wird. Es verhält sich jedoch nicht so wie die Haupthormone - Kortikoide, Östrogene oder Schilddrüsenhormone – da es kein spezifisches Organ gibt, das Melatonin herstellt, obwohl das meiste Melatonin in der Epiphyse produziert wird. Doch auch wenn man diese Drüse entfernt, wird Melatonin weiterhin vom Körper ausgeschüttet. Bei anderen Drüsen, wie zum Beispiel der Schilddrüse, ist das nicht der Fall. Deshalb ist sie eher ein Modulator für die Synthese der Hormone.
Die Einnahme von Melatonin hat beim Menschen, auch wenn es jahrelang eingenommen wird, keinerlei Nebenwirkungen.
Bei Labortests an Mäusen ist auch bei Verabreichung einer außergewöhnlich hohen Dosis an Melatonin keine der Mäuse gestorben. Die endogene Synthese wird nicht nicht langfristig behindert, sondern nur zeitweise eingestellt.
Melatonin spielt in allen Pflanzen- und Tierzellen eine fundamentale Rolle. Es regelt die Rhythmen des Organismus. Der wohl wichtigste dabei ist der Schlaf-Wach-Rhythmus, doch es reguliert auch alle andere Rhythmen und unterstützt dabei das reibungslose Funktionieren des gesamten Organismus. Ganz so wie bei einem Fließband, bei dem alle Teile im Richtigen Moment an der richtigen Arbeitsstation ankommen müssen.
Melatonin ist also ein Wegweiser, der die Regulierung der drei wichtigen Systeme des Organismus ermöglicht: des neurovegetativen Systems, des endokrinen Systems und des Hormonsystems. Es ist ein Modulator durch den der Organismus die inneren Funktionen steuert und Zellen regeneriert und repariert werden können.
Melatonin unterstützt den Parasympathikus, während Adrenalin den Sympathikus steuert. Die moderne Gesellschaft ist adrenergisch und deshalb benötigen wir viel Melatonin, um unser System wieder in ein Gleichgewicht zu bekommen.
Gute Melatoninquellen finden sich in einigen pflanzlichen Lebensmitteln wie: Walnüssen, Kirschen, Mais, Kakao und Bananen, da sie einen hohen Anteil an Tryptophan enthalten. Es gibt auch Substanzen, die die Melatoninausschüttung hemmen. Darunter: Koffein, Nikotin und Alkohol und auch einige Medikamente wie Betablocker und Kortison.
Die Anwendungsgebiete für Melatonin sind vielseitig. Es ist allseits bekannt, dass es bei Schlaflosigkeit oder gegen Jet-lag hilft, doch es ist auch in vielen anderen Fällen sehr effektiv. Es hilft bei Bluthochdruck und bei kardiovaskulären Erkrankungen, bei Hautkrankheiten wie Dermatitis und bei der Vorbeugung von Falten (Anti-Aging).
Es hilft bei Beschwerden, die während der Menopause auftreten. Es reduziert die Oxidation und somit die Zellalterung und beugt Tumoren vor.
Da es bei Bluthochdruck, vor der Menopause und bei degenerativen Krankheiten zu vermehrtem oxidativem Stress kommt, sollte Melatonin in all diesen Fällen angewendet werden. Es kann die therapeutischen Effekte der Medikamente verstärken, die außerdem bei diesen Krankheiten angewendet werden.


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