Melatonin vermindert Haarausfall



Vom Konzept her interessant sind die Verbindungen von Melatonin zur zeitlichen Steuerung von Körperprozessen - dies ist in Hinblick auf den Haarwuchszyklus sehr interessant. Die folgende Studie zum Thema Haarausfall befasst sich mit der Wirkung von Melatonin auf Haarwuchs und Haarausfall. Hier eine deutsche Zusammenfassung der Ergebnisse.

Die Studie:
Fischer TW; Burmeister G; Schmidt HW; Elsner P.: Melatonin increases anagen hair rate in women with androgenetic alopecia or diffuse alopecia: results of a pilot randomized controlled trial. In: The British journal of dermatology; VOL: 150 (2); S. 341-5

Hintergrund:
Zusätzlich zu den bekannten hormonalen Einflüssen von Testosteron und Dihydrotestosteron auf den Haarzyklus ist berichtet worden, dass Melatonin eine nützliche Wirkung auf Haarwachstum an Tieren hat. Die Wirkung von Melatonin auf Haarwachstum an Menschen ist bisher nicht untersucht worden.

Ziele:
Zu prüfen, ob topisch angewandtes Melatonin die anagene und telogene Haarrate in Frauen mit androgenetischem oder diffusen Haarverlust beeinflusst.

Methoden:
Eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie wurde bei 40 Frauen mit diffuser oder androgenetischer Alopezie durchgeführt. Eine 0,1% Melatonin oder eine Placebolösung wurden 6 Monate einmal täglich auf der Kopfhaut angewandt, und Trichogramme wurden erstellt, um die anagene und telogene Haarrate zu beurteilen. Um die Wirkungen der Behandlung auf den physiologischen Melatonin-Spiegel zu überwachen, wurden Blutproben in der ganzen Studienperiode genommen.

Ergebnisse:
Melatonin führte zu einer bedeutend gesteigerten anagenen Haarrate in Hinterkopfhaar in Frauen mit androgenetischem Haarverlust verglichen mit Placebo (n = 12; P = 0,012). Für frontseitiges Haar gab Melatonin eine signifikante Zunahme der Gruppe mit diffuser Alopezie (n = 28; P = 0,046). Das Hinterkopfhaar von Patienten mit diffuser Alopezie und den frontseitigen Haarzählungen von jenen mit androgenetischer Alopezie zeigten auch eine

Zunahme des anagenen
Haars, aber die Unterschiede waren nicht signifikant. Die Melatonin-Plasma-Spiegel nahmen unter der Behandlung mit Melatonin zu, aber überstiegen den physiologischen Nachtgipfel nicht.

Schlüsse:
Nach Wissen der Autoren ist diese Pilotstudie die Erste die zeigte, dass topisch angewandtes Melatonin Haarwachstum an Menschen in vivo beeinflussen könnte. Der Wirkmodus ist nicht bekannt, aber die Wirkung könnte sich aus einer Einleitung der anagen Phase ergeben.


Key Melatonin