Therapie mit Melatonin: Eine pädiatrische Sichtweise.



Brain & Development Jun. 2000 - 22(4):213-7.
Gordon N. neil-gordon@talk21.com


Abstract
Die Melatoninproduktion durch die Zirbeldrüse und seine Funktionen werden unter dem Gesichtspunkt der möglichen Anwendung bei Kindern untersucht. In einer Anstalt lebenden Kinder und Kinder mit schweren Lernstörungen leiden oft unter unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmen und es gibt Hinweise darauf, dass Melatonin hier Abhilfe leisten könnte, was sowohl für die Kinder, als auch ihre Betreuer von Vorteil wäre. Die betroffenen Kinder können weniger leicht reizbar, ruhiger, glücklicher und zufriedener werden. Zudem könnte es sein, dass sie besser Beziehungen knüpfen können und über eine bessere Aufmerksamkeit verfügen, was eine Verbesserung ihrer kognitiven Fähigkeiten darstellen würde. Eine weitere Gruppe von Kindern, die mit großer Wahrscheinlichkeit an Schlafstörungen leidet, sind diejenigen mit einer Sehbehinderung. Am Abend verabreichtes Melatonin kann ihren Schlafrhythmus und sehr häufig auch ihre Performance verbessern. Es wurden keine bedeutenden Nebenwirkungen beobachtet. Es ist eine allgemeingültige Lehrmeinung, dass epileptische Kinder bei schlechtem Schlaf und Schlafmangel, häufiger epileptische Anfälle haben. Es gibt Hinweise durch klinische Studien, die darauf hindeuten, dass in diesem Fall die Gabe von Melatonin sehr hilfreich sein kann. Es gibt viele andere Probleme bei denen die Behandlung mit Melatonin berechtigt ist. Diese werden genannt, jedoch sind weitere Studien nötig, um die meisten von ihnen noch zu bestätigen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Melatonin einen Einfluss auf die zirkadianen Rhythmen hat und den Schlaf-Wach-Zyklus verschieben kann. Es gibt durchaus Situationen, in denen dies erwünscht ist.
PMID: 10838105 [PubMed - MEDLINE]

Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10838105

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