Klinische Studie zur Behandlung von Demenz und Alzheimer mit dem Schlafhormon Melatonin



Veröffentlichung: 28. März 2011 - Dr. Ananya Mandal

Derzeit wird ein Arzneimittel entwickelt, das die Lebensqualität der an Demenz leidenden Personen erheblich verbessern könnte. Das in Glasgow ansässige Labor für medizinische Studien CPS Research führt derzeit eine klinische Studie über ein neues Medikament durch, das das Schlafhormon Melatonin enthält und von dem erwartet wird, dass es die bei dieser Krankheit auftretenden Symptome verringern wird.
Das Forschungsteam leitet das sogenannte Melatonin in Alzheimer’s Disease Project, das das erste dieser Art weltweit ist. Für dieses Projekt sollen 50 Patienten für die Teilnahme an der 6 Monate umfassenden Studie angeworben werden. Jeder Patient, bei dem Alzheimer diagnostiziert wurde und sich derzeit in Behandlung befindet, kann an dieser Studie teilnehmen. Die häufigste Ursache für Demenz ist das Vorliegen der Alzheimer-Krankheit, doch es gibt noch andere Krankheiten, die das Gehirn beeinträchtigen und Demenz hervorrufen können.
Dr. Gordon Crawford von CPS Research erklärt: „Demenz ist eine Krankheit, die nicht nur den Patienten, sondern auch seine Familie und Freunde in Mitleidenschaft zieht. Wenn die Symptome dieser Krankheit verringert werden können, werden sich sowohl der Patient, als auch seine Betreuer einer besseren Lebensqualität erfreuen und die Krankheit im Alltag besser meistern können. Für den ersten Schritt unseres Projektes haben wir eine Version des natürlichen Mittels Melatonin entwickelt, das den Wirkstoff langsam freisetzt (slow-release). Unsere Resultate weisen darauf hin, dass die Teilnehmer während des Tagesverlaufs besser „funktionieren“ konnten, was wahrscheinlich von der besseren Schlafqualtität in der Nacht erreicht wird.“

Er ergänzt: „Derzeit wird Melatonin nicht als Medikament zur Behandlung von Demenz eingesetzt, doch in Europa und Großbritannien ist es in einem Medikament enthalten, dass für die Behandlung von Schlafstörungen bei über 55-jährigen Patienten eingesetzt wird. Es ist nachgewiesenerweise ein sehr sicheres Mittel und hat keine Nebenwirkungen. Wir erforschen derzeit, ob Melatonin als Integration zur Behandlung von Demenz eingesetzt werden kann, um die Lebensqualität der Patienten und ihrer Pfleger zu verbessern. Mit der Hilfe von Freiwilligen aus Schottland möchten wir erforschen, ob eine zusätzliche Gabe von Melatonin bei der Behandlung von Demenz einen Vorteil beim Management dieser Krankheit darstellen könnte.“
Dieses Projekt folgt der Aufforderung des Autors Terry Pratchett nach mehr Forschung im Bereich der Demenz. Bei Pratchett wurde im Jahr 2007 eine früh beginnende Form der Alzheimer-Krankheit diagnostiziert. In Schottland leiden 80.000 Personen an Demenz und laut der Vereinigung Alzheimer Scotland wird sich diese Zahl in den kommenden 25 Jahren verdoppeln.
Die Sprecherin der Wohltätigkeitsorganisation, Kirsty Jardine, erklärte: „Demenz betrifft viele Menschen und zukünftig werden immer mehr Personen an dieser Krankheit leiden, was vor allem an der Überalterung der Gesellschaft liegt. Deshalb ist es um so wichtiger Behandlungen und möglicherweise ein Heilmittel zu finden.“

Quelle:

http://www.news-medical.net/news/20110328/Dementia-Alzheimere28099s-drug-trial-with-sleep-hormone-melatonin.aspx




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