Studie verbindet Melatonin mit der Wirkung von Nikotin




Eine Studie belegt, dass Zigaretten nachts tatsächlich eine geringere Wirkung haben

Wie stark die Wirkung einer Zigarette je nach Uhrzeit ist – und wie schwer es ist, das Rauchen aufzugeben – hängt Wissenschaftlern der University of Colorado zufolge wahrscheinlich von der individuellen Chemie im Gehirn ab.

Wissenschaftler unter der Leitung von Jerry Stitzel, einem Professor des Fachbereiches Integrative Psychologie an der University of Colorado, haben die Wirkung von Nikotin auf Mäuse untersucht und herausgefunden, dass es wahrscheinlich biochemische Gründe dafür gibt, warum Leute sagen, dass die erste Zigarette am Tag die beste sei und dass das Rauchen nachts an berauschender Wirkung verliert.

Die von Stitzel bei einer neurowissenschaftlichen Jahreskonferenz vorgestellte Studie untersuchte Mäuse, auf die Melatonin eine Wirkung hatte und welche, auf die Melatonin keine Wirkung hatte. (Melatonin ist ein Hormon, das bei Dunkelheit ausgeschüttet wird und dem Körper signalisiert, wann er zu schlafen hat). Die für Melatonin sensiblen Mäuse zeigten, dass bei Vorkommen des Hormons im Blut die süchtig-machende Wirkung von Nikotin niedriger war.

Der Mayo Clinic zufolge wurde Melatonin bereits in anderen Studien angewendet - darunter Studien zur Vorbeugung von Jetlag, zur Behandlung von Schlafstörungen und zur Herstellung von zirkadianen Rhythmen bei Blinden.
Die Wirkung des Nikotins auf die Mäuse war zu dem Zeitpunkt am stärksten, wenn das Niveau des Stresshormons Corticosteron am höchsten war. Das trifft normalerweise auf die Morgenstunden zu. Beim Menschen ist das gleiche Phänomen bei Cortisol zu finden, das das menschliche Gegenstück zu Corticosteron darstellt.
„Die negativen Folgen vom Rauchen auf die Gesundheit sind heutzutage allseits bekannt und ein Großteil der Raucher möchte gerne mit dem Rauchen aufhören“, erklärte Stitzel in einer Pressemitteilung. „Deshalb müssen wir die Interaktionen zwischen dem Rauchen, den Genen und der inneren Chemie besser erforschen, um neue Therapiemöglichkeiten für diejenigen zu finden, denen das Aufgeben des Rauchens besonders schwer fällt.“
Dem Center for Disease Control zufolge haben in den USA circa 60 Prozent der gewohnheitsmäßigen Raucher im Jahr 2006 versucht das Rauchen aufzugeben.
Rauchen verursacht etwa 438.000 Todesfälle und etwa 167 Milliarden US$ Gesundheitskosten pro Jahr in den USA. Hinzu kommen die Produktivitätseinbußen, erklärten die Experten des Zentrums.
In Colorado rauchen 18 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren. In Kentucky liegt die Rate bei 29 Prozent. Dies ist der höchste Wert in den USA, während in Utah mit 10 Prozent der niedrigste Anteil an Rauchern zu finden ist.

Quelle: dailycamera.com


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