Melatonin kann einer Studie zufolge die Therapie von Brust- und Prostatakrebs unterstützen



Verfasst von Gillian Moore am 3. April 2011

Übersetzt von Anne Leinen

Die ersten Studien in den 60er Jahren haben erwiesen, dass Melatonin ein natürliches Hormon ist, das von der Zirbeldrüse produziert wird. Diese Drüse befindet sich im Gehirn und ihre Schlüsselrolle besteht in der Regelung des Biorhythmus des menschlichen Körpers. Der Biorhythmus ist ein inneres Programm, das den Schlaf-Wach-Rhythmus bestimmt. Melatonin wird bereits seit vielen Jahren als natürliches Mittel zur Förderung des Schlafes verwendet. Des Weiteren ist Melatonin als sehr starke Antioxidans bekannt. In der Kindheit ist das endogene Melatoninniveau am höchsten. Mit der Alterung fällt dieser Wert nach und nach ab.

Manche Menschen glauben, dass das geringe Melatoninniveau im Alter erklärt, warum ältere Menschen häufig Schlafstörungen haben und früher als junge Leute zu Bett gehen und wieder aufstehen. Da viele Menschen vermehrt von der positiven Wirkung berichten, die sie mit Melatonin erzielen, führt die Wissenschaft kleinere Studien über die Wirkung einer Nahrungsergänzung mit Melatonin bei verschiedenen Erkrankungen durch.

Es gibt zwei bestimmte Krebsarten, bei denen Melatonin in kleinen Gruppen angewendet wurde und dies zu positiven Ergebnissen geführt hat.

 

Brustkrebs

Es gibt mehrere Studien, die darauf hindeuten, dass ein geringes Melatoninniveau mit einem Brustkrebsrisiko verbunden sein kann. Zum Beispiel haben Frauen mit Brustkrebs häufiger einen geringen Melatoninspiegel als diejenigen, die nicht unter Brustkrebs leiden. Laborexperimente haben ergeben, dass ein geringes Melatoninniveau das Wachstum bestimmter Brustkrebszellen stimuliert. Wenn man diesen Zellen Melatonin zuführt, so verlangsamt dies ihr Wachstum.

Es gibt des Weiteren Hinweise darauf, dass Melatonin die Wirkung einiger Medikamente der Chemotherapie zur Behandlung von Brustkrebs verstärkt. In einer Studie mit einer geringen Fallzahl an Frauen mit Brustkrebs hat Melatonin (das 7 Tage vor Beginn der Chemotherapie verabreicht wurde) einer Verringerung der Blutplättchen vorgebeugt. Dies ist eine häufig auftretende Komplikation während der Chemotherapie, die zu Blutungen führen kann.

In einer weiteren kleinen Studie mit Frauen, die Tamoxifen gegen Brustkrebs einnahmen und dabei keine Besserung feststellen konnten, hat Melatonin eine Schrumpfung der Tumore bei mehr als 28% der Frauen bewirkt. Frauen, die unter Brustkrebs leiden, sollten vor einer Einnahme von Melatonin ihren Arzt konsultieren.

 

Prostatakrebs

Studien haben erwiesen, dass Männer mit Prostatakrebs einen geringeren Melatoninspiegel haben, als Männer, die nicht unter dieser Krankheit leiden. Im Reagenzversuch blockiert Melatonin das Wachstum von Prostatakrebszellen.

In einer klein angelegten Studie hat Melatonin – zusammen mit der konventionellen medizinischen Behandlung – die Überlebensrate von 9 von 14 Männer mit Metastasierung des Prostatakrebses erhöht. Ein interessantes Detail ist, dass Meditation die Erhöhung des endogenen Melatoninniveaus auslösen kann. Dies scheint eine gute Integration zur normalen Behandlung des Prostatakrebses zu sein. Es sollten jedoch noch weitere Studien durchgeführt werden, bevor Ärzte in diesem Bereich Ratschläge erteilen können werden.

 

Melatonin findet jedoch auch in verschiedenen anderen Bereichen seine Anwendung. Das reicht vom einfachen Sonnenbrand bis hin zu viel komplexeren Gesundheitsproblemen wie Reizdarm, ADHS und Epilepsie. Wenn Sie denken, dass Melatonin auch Ihnen helfen könnte, wenden Sie sich bitte zuerst an Ihren Arzt. Mögliche Nebenwirkungen von Melatonin sind normalerweise nicht schlimm, doch Sie sollten diese vorab mit Ihrem Arzt besprechen.

Neben der Wirkung als natürliches, den Schlaf förderndes Mittel wird Melatonin heute auch zur Behandlung von zahlreichen anderen Erkrankungen angewendet.

 


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