Behandlung von Ototoxizität und Tinnitus: Verbesserung durch Melatonin



Journal of Physiology and Pharmacology 2011 April 62(2):151-7.

R.J. Reiter, D.X. Tan, A. Korkmaz, L. Fuentes-Broto

 

Fakultät für Zell- und Strukturbiologie, Zentrum für Gesundheitswissenschaften der Universität Texas, San Antonio, TX 78229, USA.

 

Abstract

Dieser Bericht bewertet die bereits erschienenen wissenschaftlichen und klinischen Berichte bezüglich der Rolle von Melatonin bei der Verringerung der Nebenwirkungen von Aminoglykosiden und dem bei der Chemotherapie angewendeten Cisplatin auf die Cochlea und den Innenohr-Vorhof. Eine gewissenhafte Recherche nach Literatur wurde unter Anwendung der verfügbaren Datenbanken durchgeführt, um neue Artikel in diesem gebiet für den vorliegenden Bericht zu bewerten. Die Funktion der Cochlea wurde meist bewertet, indem otoakustische Emissionen und Verzerrungen gemessen wurden, nachdem Tiere mit cytotoxischen Medikamenten oder mit einer Kombination aus Melatonin und cytotoxischen Medikamenten behandelt wurden. Eine Beschädigung des Innohr-Vorhofs aufgrund von der Einnahme von Aminoglykosiden wurde bewertet, indem der Haarzellenverlust bei transplantierten Innenohren bei neugeborenen Ratten geschätzt wurde. Der Tinnitus wurde bei Patienten, die Melatonin einnahmen, bewertet, indem eine analoge visuelle Skala oder der Tinnitus Handicap Inventory angewendet wurde. Im Vergleich zu einer Mischung aus Antioxidantien, die Tocopherol, Askorbat, Glutathion und N-acetyl-cystein enthielt, war Melatonin, das auch eine stark antioxidante Wirkung hat, bis zu 150 Mal effizienter bei der Verringerung der Nebenwirkungen bezüglich der otoakustischen Emission und Verzerrung. Melatonin hat auch den Zellhaarverlust im Innenohr-Vorhof verringert, der durch die Einnahme von Gentamicin verursacht wurde. Des Weiteren hat die Gabe von Melatonin (3 mg pro Tag) den subjektiven Tinnitus bei den Patienten verringert. Diese Ergebnisse legen nah, dass Melatonin potentiell gegen die Ototoxizität der Aminoglykoside und der Wirkstoffe der Krebstherapie eingenommen werden sollte. In dieser Richtung sollten experimentelle und klinische Studien durchgeführt werden, um die Wirkung von Melatonin auf die Cochlea und den Innohr-Vorhof zu erforschen und den Schutzmechanismus dieses überall agierenden Moleküls zu beleuchten. Die geringen Kosten von Melatonin und seine geringe Toxizität unterstützen den Fakt, dass Melatonin für den Schutz des Innenohrs vor einem von Medikamenten verursachten Schaden angewendet werden sollte.

 

Quelle: PubMed


Key Melatonin