Schlafphasensyndrom und Melatonin



The Lancet, Volume 337, Issue 8750, S. 1121 - 1124, 11. Mai 1991

M. Dahlitz, B. Alvarez, J.D. Parkes, J. English, J. Arendt, J. Vignau

 

Abstract

Die Wirkung von Melatonin auf den Schlaf-Wach-Zyklus wurde durch eine randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie mit 8 Patienten einer Klinik für die Erforschung von Schlafstörungen mit Schlafphasensyndrom untersucht. Die Testpersonen erhielten per Zufallsauswahl entweder ein Placebo oder 5 mg Melatonin pro Tag über einen Zeitraum von 4 Wochen mit einwöchiger Washout-Phase zwischen den Behandlungszeiträumen. Das Melatonin, bzw. das Placebo wurden jeweils um 22 Uhr verabreicht – 5 Stunden vor der mittleren Einschlafzeit, die vor der Studie durch Aufzeichnungen der Schlafstadien ermittelt worden war. Bei allen 8 Testpersonen hat sich der Einschlafzeitpunkt (durchschnittlich 81 Min. früher [Schwankung von 19-124 Min.]; p<0,01) und der Aufwachzeitpunkt (117 Min. [10-187]; p<0,01) bei Melatonin im Gegensatz zum Placebo signifikant verfrüht. Die durchschnittliche gesamte Schlafdauer war bei Melatonin etwas geringer (8 St. 12 Min.) als beim Placebo (8St. 46 Min.). Melatonin kann zur Synchronisation des Schlaf-Wach-Rhythmus bei Patienten mit Schlafphasensyndrom angewendet werden.


Key Melatonin