Melatonin verlangsamt das Wachstum von bösartigen Zellen und lässt diese schneller absterben – Eine wissenschaftliche Studie vom Institut für Biomedizin der Universität León (Ibiomed)



Ruben Arranz / DICYT

Leberkrebs ist die fünfthäufigste Krebsart und die Mortalitätsrate innerhalb von 5 Jahren ab Erkrankung ist besonders hoch. Diese Krankheit wirkt wie ein leiser Mörder, da die Symptome häufig nur sehr schwach, wenngleich die Krebszellen sehr aggressiv sind. Ein Forscherteam des Instituts für Biomedizin der Universität León (Ibiomed) hat herausgefunden, wie Melatonin – ein körpereigenes Hormon – das Wachstum von bösartigen Zellen bremsen und ein Absterben derselben fördern kann, ohne dabei die gesunden Zellen zu schädigen.

Die Ergebnisse dieser in Kürze im Journal of Pineal Research veröffentlichten wissenschaftlichen Studie deuten darauf hin, dass die Melatoninrezeptoren MT-1 an der Zellmembran für dieses Phänomen verantwortlich sind. Wenn der Melatoninantagonist Luzindol angewendet wird und somit die Wirkung des Melatonins gehemmt wird, wachsen die Tumorzellen wie gewohnt weiter – so der Studienleiter José Luis Mauriz.

Wenn die MT-1 inaktiv sind, verbleibt das Melatonin im Blutkreislauf und der Zellkreislauf erliegt fast ganz. Dies konnte der Forscher mit seinem multidisziplinärem Team bestehend aus Experten aus den Bereichen der Biologie, Medizin und Biotechnologie nachweisen können.

Bei in vitro Versuchen an Tumorzellen konnte beobachtet werden, dass Melatonin das Wachstum von bösartigen Zellen über bestimmte Enzyme (die Kinasen) hemmt und den Zelltod (Apoptose) herbeiführt.

Ein Tumor mit hoher Mortalität

Nach Bauchspeicheldrüsenkrebs, ist Leberkrebs die Krebsart mit der zweitgrößten Mortalitätsrate. Da häufig keine Symptome bestehen, wird Leberkrebs spät erkannt und nur 20 bis 25 Prozent der Patienten überleben die ersten 5 Jahre nach der Erkrankung.

Je nach allgemeinem Gesundheitszustand des Patienten können die Symptome von Leberkrebs Gewichtsabnahme, Bauchschmerzen und einen allgemeinen Ermüdungszustand umfassen. Diese Symptome können auch sehr schwach sein, so dass der Betroffenen nicht zum Arzt geht und die Krankheit in diesem Zusammenhang unbehandelt fortschreiten kann.

Im Frühstadium kann der Tumor mit Einspritzungen von Ethanol behandelt werden oder in manchen Fällen chirurgisch entfernt werden.

Das Problem ist, dass diese Art der Therapie nicht mehr im fortgeschrittenen Stadium möglich ist. In diesem Fall ist nur noch eine Transplantation möglich. Doch die Wartelisten für Spenderorgane sind lang und das transplantierte Organ kann abgestoßen werden.

Ein wirksames Mittel

Um die Therapie wirksamer zu gestalten wird derzeit viel geforscht. Im Blickpunkt ist auch Melatonin, das wirksam bösartige Zellen bekämpft, ohne den gesunden Leberzellen zu schaden.

 

Quelle: asturiasmundial

 


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