Ein Rezeptor der Inneren Uhr könnte die Ursache von Diabetes sein: Eine Studie



Eine neue wissenschaftliche Studie hat herausgefunden, dass Personen, die eine genetische Mutation des Melatonin-Rezeptors haben, häufiger an Diabetes des Typs 2 erkranken.

Diese Ergebnisse könnten Wissenschaftlern bei der Beurteilung von individuellen Diabetesrisiken nützlich sein und bei der Entwicklung von personalisierten Behandlungsarten helfen.

Vorherige Studien haben ergeben, dass Personen die Schicht arbeiten, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko an Typ-2-Diabetes haben.

Andere Studien zeigten, dass Freiwillige, deren Schlaf über drei Tage hinweg ständig gestört wurde, vorübergehende Diabetes-Symptome aufwiesen.

Der Schlaf-Wach-Zyklus des Menschen wird über das Hormon Melatonin reguliert.

Im Jahr 2008 hat eine Genstudie am Imperial College London ergeben, dass Personen, die eine weit verbreitete Genmutation am MT2-Rezeptor (Melatonin-Rezeptor) aufweisen, ein leicht erhöhtes Erkrankungsrisiko für Typ-2-Diabetes haben.

Eine neue Studie hat erbracht, dass jegliche seltene Art der Mutation des Gens des MT2-Rezeptors, das Risiko der Erkrankung an Diabetes des Typs 2 erhöht.

Die Insulinausschüttung, die das Blutzuckerniveau steuert, wird bekannterweise von Melatonin reguliert. Die Wissenschaftler haben angemerkt, dass eine Mutation des Gens des MT2-Rezeptors die Verbindung zwischen der Inneren Uhr und der Insulinausschüttung unterbrechen kann, was zu einer Störung der Blutzuckerniveaus führt.

„Die Kontrolle des Blutzuckerniveaus ist eine der vielen Funktionen, die die Innere Uhr steuert. Diese Studie trägt zum Verständnis bei, dass dieses Gen den Plan einer Schlüsselkomponente der Uhr trägt und das Diabetesrisiko bestimmen kann“, erklärt Prof. Froguel der School of Public Health am Imperial College London.

„Wir haben sehr seltene Varianten des Gens des MT2-Rezeptors gefunden, die eine viel größere Wirkung als die vorher entdeckten Varianten haben. Obwohl jede Mutation sehr selten ist, so sind sie doch häufig, wenn man bedenkt, dass jeder Mensch sehr seltene Mutationen in seiner DNA trägt.“

„Eine Katalogisierung der Mutationen wird uns dabei helfen, das individuelle Erkrankungsrisiko jedes einzelnen Menschen aufgrund seiner DNA besser einschätzen zu können.“

In der Studie hat das Team in den verschiedenen Instituten Großbritanniens und Frankreichs, das Gen des MT2-Rezeptors von 7.732 Personen untersucht, um Varianten zu suchen, die eine größere Wirkung auf das Erkrankungsrisiko haben.

Sie haben 40 Varianten gefunden, die das Typ-2-Diabetesrisiko erhöhen. Vier davon waren sehr selten und bewirkten, dass auf Melatonin in keiner Weise reagiert werden konnte.

 

Die Wissenschaftler konnten diese Wirkung der 4 Genvarianten an einer weiteren Versuchgruppe von 11.854 Personen bestätigen.

Prof. Froguel und sein Team haben jede Mutation analysiert, indem sie im Labor testeten, welche Wirkung diese auf die MT2-Rezeptoren von menschlichen Körperzellen haben.

Es konnte nachgewiesen werden, dass die Mutationen, die den Rezeptor gänzlich ausschalteten, eine sehr große Wirkung auf das Diabetesrisiko haben. Es wird deshalb angenommen, dass somit eine direkte Verbindung zwischen dem MT2-Rezeptor und der Krankheit besteht.

Die Studie wurde vor kurzem in der Zeitschrift Nature Genetics veröffentlicht.


Quelle: 
www.dnaindia.com

Übersetzung aus dem Englischen: Anne Leinen

 


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