Wie funktioniert unsere innere Uhr?



Wach um 7, hungrig um 12, müde um 23 Uhr. Die innere Uhr macht, dass alle unsere Tage gleich sind. Weshalb ist das so?

Hunger, Müdigkeit, Lust auf Sex: Die Abläufe in unserem Körper werden alle zeitlich gesteuert. Ein Taktgeber sind spezielle Zellen, die wie Sanduhren funktionieren. Sie produzieren laufend Proteine, die von äusseren Einflüssen wie zum Beispiel Essen angeregt werden.

Die Produktion läuft so lange, bis die Zelle «überläuft». Dann wird die Sanduhr umgedreht und ihr Inhalt abgebaut. Eine Zeiteinheit ist verstrichen.

Zusätzlich sitzen mitten im Gehirn zwei Knoten aus Nervenzellen. Sie sind mit lichtempfindlichen Zellen im Auge verbunden, die messen, wie hell es ist. Die Helligkeit wird aufsummiert, und wenn eine gewisse Menge zusammengekommen ist, stellen wir uns auf Sommer ein oder umgekehrt im November auf Winter.

Dazu kommt, dass der Körper seinen Hormonhaushalt darüber steuert. Wird es dunkel, produzieren wir das schlaffördernde Melatonin. Bei Einfall von Tageslicht ins Auge wird die Synthese von Melatonin gehemmt.

Das wäre jedenfalls die Funktionsweise, würden wir unter freiem Himmel wohnen. Durch Kunstlicht oder Zeitverschiebungen stören wir diesen Mechanismus. Die Nervenknoten sorgen aber täglich für eine Justierung der inneren Uhr.

Eine Möglichkeit, sich nach dem natürlichen Tagesablauf zu richten, sind Lichtwecker: Man wacht das ganze Jahr zur selben Zeit durch langsam heller werdendes Licht auf, statt von einem normalen Wecker mit Adrenalinstoss. Die innere Uhr kann sich danach einstellen und der morgendliche Hormonschub langsam anlaufen.

Quelle: www.blick.ch

Key Melatonin