Schlafstörungen des zirkadianen Rhythmus bei Blinden und ihre Behandlung mit Melatonin



Sleep Medicine, 2007 Sep;8(6):651-5. 

Skene DJ, Arendt J.

 

Abstract

Blinde Personen müssen nicht nur damit fertig werden, dass sie nur ein eingeschränktes oder gar kein Augenlicht haben, sie haben auch noch eine weitere Behinderung: die Übertragung des okularen Lichts von der Retina an ihre Innere Uhr ist eingeschränkt.

Im schlimmsten Fall, wenn beide Augen enukleiert sind, führt diese Verletzung zu einer Desynchronisierung der biologischen Uhr (welche sich im Nucleus suprachiasmticus befindet) und eine Übereinstimmung mit dem 24 Stunden Tag-Nacht-Rhythmus ist nicht mehr gegeben.

Wenn sich eine Person in diesem desynchornisierten Zustand befindet, treten Symptome auf, die einem Jet-lag ähneln (z. B. Tagesmüdigkeit, geringe Nachtruhe, verringerte Wachsamkeit und Leistungsfähigkeit während des Wachsseins). Dies ist ein lebenslanger Zustand.

Eine tägliche Verabreichung von exogenem Melatonin ist die derzeit gängige Behandlung der sogenannten „Zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmusstörung“. Es wurde nachgewiesen, dass Melatonin die der Störung zugrunde liegende Abnormalität des zirkadianen Rhythmus korrigiert, den Schlaf verbessert und kleine Schlafpausen während des Tags verringert.

Die Wirksamkeit der Melatonintherapie hängt vom Zeitpunkt der Einnahme in Bezug auf die individuelle Innere Uhr des Patienten ab. Wenn möglich, wird eine Überprüfung des individuellen zirkadianen Rhythmus (durch die Messung des endogenen Melatoninniveaus im Plasma, Speichel oder Urin) vor dem Beginn der Behandlung empfohlen, um die Wirksamkeit des Melatonins zu optimieren.

 

Quelle: PubMed

Übersetzung: Anne Leinen

 


Key Melatonin