Das hormonsystem und melatonin



Unter einem Hormon versteht man eine chemische Substanz, die, sobald sie in die Körperflüssigkeiten durch bestimme Zellgruppen (endokrine Drüsen) ausgeschüttet wird, eine Wirkung auf andere Zellen des Organismus ausüben; also sondern die endokrinen Drüsen Hormone ab, die über die Distanz auf Körperbereiche, so genannte Zielorgane, einwirken und deren spezifische Funktionen anregen. Einige hormonale Effekte zeigen sich nach wenigen Sekunden, während andere sogar bis zu einige Tage benötigen, bevor sie beginnen und dann gar für Wochen, Monate oder Jahre andauern.
Die Wirkungsweisen der Hormone sind höchst komplex. Das gleiche Hormon kann in den verschiedenen Geweben oder auch im gleichen Gewebe zu einem anderen Zeitpunkt des Lebens einen unterschiedlichen Effekt erzielen. Außerdem stehen einige biologische Prozesse unter dem Einfluss von einzelnen Hormonen, während andere ein komplexes Zusammenspiel von mehreren Hormonen erfordern.
Die Hormonfunktionen betreffen viel Hauptpfeiler des Lebens: Erhalt des Gleichgewicht unseres Innenlebens, Produktion; Gebrauch und Erhalt von Energie; Wachstum und Entwicklung; Fortpflanzung.
Eine Eigenschaft des Hormonsystems ist die Rhythmizität der Ausschüttung der Hormone in den Kreislauf, die sich in regelmäßigen Intervallen wiederholt, die von Alter, dem Geschlecht und der Hormonart abhängen. Diese Rhythmen können im Minuten- oder Stundentakt geschehen, einem Tages- und Nachtrhythmus folgen oder von den Jahreszeiten abhängen. Dies bezeugt, dass ein tiefer Zusammenhang zwischen dem Hormonsystem und der Umwelt, die uns umgibt, besteht. So festigt sich eine Verbindung zwischen der Innenwelt und ihrer Funktionen (durch innere Synchronisatoren) und der Außenwelt mit ihren Variationen (äußere Synchronisatoren), an die wir uns anpassen können und müssen. Hormone sind also Substanzen, die als Boten zwischen dem Gehirn und den Zellen fungieren und die verschiedenen Körperregionen miteinander in Verbindung setzen, den Rhythmus und die Harmonie der Organfunktionen bestimmen und dabei sowohl die Zellproduktion als auch die Freisetzung von Energie und Stress- bzw. Anpassungsreaktionen steuern. Es gibt tatsächlich viele Beziehungen zwischen dem Hormon- und Nervensystem, besonders bei den Funktionen, die die Erzeugung und den Erhalt der Vitalrhythmen betreffen.

Die biologische Uhr, die diese Rhythmen in Gang setzt, hat ihren Sitz in einem kleinen Kern im Gehirn, der direkt hinter den Augen sitzt – der so genannte Suprachiasmatische Nucleus oder SCN. Die Nervenzellen des SCN übermitteln in periodischen Abständen chemische Nachrichten. So sind sie zwölf Stunden „angeschaltet“ und zwölf Stunden „ausgeschaltet“. Dieser Rhythmus ist inhärent und ist von jeglichen inneren oder äußeren Situationen des Organismus unabhängig. Deshalb wird der SNC als Ursprung der circadianen (also täglichen) Rhythmen des menschlichen Körpers gesehen.
Der nächste Schritt ist es, den Rhythmus, der von diesem kleinen Kern erzeugt wird (der programmiert scheint, da er Teil unserer DNA ist), auf den Rest unseres Körpers zu übertragen, dessen Funktionen abgestimmt und synchronisiert werden müssen, sich also an ihn anpassen müssen. Dafür signalisiert der SNC der Zirbeldrüse, Melatonin zu produzieren, das, während es im Blutkreislauf zirkuliert, dem Körper Informationen überbringt, die er anwenden soll, nämlich ob eine Funktion „angeschaltet“ oder „ausgeschaltet“ sein soll. Wenn die biologische Uhr sich in der 12-Stunden-Phase des „Angeschaltet-Seins“ befindet, ist der Mechanismus aktiv und Melatonin wird hergestellt. Wenn sie sich jedoch in der „Ausgeschaltet-Phase“ befindet, stellt die Drüse die Produktion ein.
Es ist wichtig anzumerken, dass wir Menschen tagaktive Lebewesen sind und deshalb so programmiert sind, dass wir tagsüber agieren sollen und nachts zu Hause bleiben und ruhen sollen. Deshalb wird Melatonin (ein Hormon, das Ruhe und Erholung einleitet) nachts hergestellt und seinen Höchstwert ca. um 3:00 Uhr erreicht. Infolgedessen ist nun klar, dass die biologische Uhr neben der Innenwelt auch an die Außenwelt angepasst werden muss, damit beim Organismus immer die richtigen Botschaften, welche Tages- oder Nachtzeit gerade vorherrscht, ankommen (vergessen wir nicht, dass das SNC in engem Kontakt mit den Augen steht).
Tatsächlich, wenn Sonnenlicht (oder eine andere starke Lichtquelle) auf die Augen trifft, wird der biologischen Uhr eine Botschaft übermittelt, die diese auf die Phase „ausgeschaltet“ stellt und es wird kein Melatonin produziert. Etwa zwölf Stunden später schaltet sich die biologische Uhr wieder an und dieses Signal bedeutet der Zirbeldrüse, die Hormonproduktion wieder aufzunehmen. Die Drüse schüttet Melatonin ins Blut aus und der Kreislauf transportiert das Hormon zu Milliarden von Körperzellen. Die Zellen erhalten so das Signal der Dunkelheit.
Zusammenfassend gesagt, zirkuliert Melatonin also in der gesamten Blutbahn und liefert so dem Körper Informationen über die Tageszeit und stimmt somit die beiden großen Netzwerke des Körpers – das Nervensystem und das endokrine System - aufeinander ab. Das Letztgenannte moduliert seinerseits die verschiedenen Organfunktionen im Zusammenhang mit den verschiedenen Tages- und Nachtzeiten, und bringt somit die Harmonie, die wir als Gesundheit und Wohlbefinden wahrnehmen.
Können wir uns vorstellen, welche und wie viele Rhythmusstörungen der Mensch durch die Gewohnheiten, die er heutzutage angenommen hat, in jedem Augenblick des Tages erlebt? Ich glaube nicht, dass man quantifizieren kann, wie sehr wir uns von unseren biologischen Rhythmen entfernt haben. Rhythmen, die sich in uns eingeprägt haben und die unser Erbe für den Schutz unserer Gesundheit darstellen! Und denken Sie daran, dass sich dies in Form von Unwohlsein oder Symptomen manifestiert, die unser Hormonsystem umfassen und deshalb unser Immunsystem betreffen.
Wegen all dem, was ich oben beschrieben habe, ist es deshalb eine Pflicht zu unterstreichen, welch großen Nutzen Nahrungsergänzungsmittel auf Melatoninbasis bringen, da sie das Gleichgewicht der Rhythmen wiederherstellen können und als Helfer in der Therapie des größten Teils der endokrinen Ungleichgewichte und Krankheiten agieren. Und nicht nur das…



Dr. Maria Teresa Ventrella


Key Melatonin